Zero waste spot hunting

Unser Weg zu "zero waste"


In den letzten Tagen habe ich zu meiner Freude auffällig viele Beiträge zum Thema Abfall vermeiden in den Medien angetroffen. Auch 20min brachte einen Bericht zur „zero waste“ Bewegung. Ich befasse mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema und möchte meine Erfahrungen der letzten Wochen mit euch teilen.

Angefangen hat es mit dem Buch „zero waste“ von Bea Johnson, auf welches ich zufällig im Internet gestossen bin. Ich habe es euch in einem vorherigen Blogpost schon vorgestellt. Es hat mich total inspiriert, wie diese Familie ihren Jahreshausmüll auf ein Confiturenglas reduziert hat. Angespornt durch diese Tatsache und die vielen guten Tipps im Buch, habe ich angefangen unser Konsumverhalten zu überdenken und alles momentan mögliche getan, um dem Confiturenglas etwas näher zu kommen.






Beim Einkaufen fängt es an

Beim Einkaufen treffen wir die Entscheidung, welchen Müll wir uns ins Haus holen. Ich kaufe für eine vierköpfige Familie ein, da muss ich sowieso im Voraus etwas planen und überlegen was wir brauchen. Einen Mahlzeitenplan mache ich nicht, da bin ich gerne spontan und schaue welche Reste noch verwertet werden können. Ich schreibe also wie gehabt meinen Einkaufszettel und packe jetzt neu dazu verschiedene Behälter in die Einkaufstasche. Zum einen ist das ein Brotbeutel (drei verschiedene Grössen, genäht aus alten Herrenhemden), ebenfalls selbst genähte Gemüse- und Früchtebeutel, welche ihr auch in meinem Onlineshop kaufen könnt und 2-3 Plastikboxen. Gemüse und Früchte kaufe ich am liebsten beim Bauern in Laufdistanz. Ansonsten bekommt man aber auch viel unverpacktes, regionales und saisonales Gemüse beim Grosshändler. Leider ist das Biogemüse im Laden extra verpackt, soll anscheinend der besseren Erkennbarkeit dienen (damit man keine Bio-Gurke zum Niedrigpreis kaufen kann). Keine optimale Lösung. Da müsste doch ein besseres Konzept zu finden sein?

Der Metzger begrüsst mich jetzt mit meinen Namen

Ich kam mir schon etwas komisch vor, als ich zum ersten Mal mit dem Plastikgeschirr beim Metzger stand und das Fleisch direkt in die Box verlangte. Für den Metzger kein Problem, das hätten früher viel mehr Leute gemacht und sei für ihn prima so. Seit ich da mit meiner Box antrabe, halten wir auch immer ein Schwätzchen. Manchmal habe ich das Gefühl, ich sehe in den Gesichtern der anderen Kunden, dass sie sich Gedanken zu meiner Box machen (hööö was macht denn die da oder clever! auf die Idee wäre ich nicht gekommen, wieso eigentlich nicht…).
Anderst ist es im Supermarkt. Da durfte mir noch niemand das Fleisch ohne die offiziellen Plastikhüllen mitgeben. Weshalb, konnte man mir nicht so genau sagen. Weisung von oben. Ich gehe also jetzt regelmässig zum Dorfmetzger, bezahle gerne etwas mehr für das Fleisch, dafür nix für Verpackung. Ebenso beim Käseladen den es zum Glück in der nahen Stadt gibt. Hier hat man sich über meine nachhaltige Einkaufsmethode gefreut und unterstützt diese sehr gerne.

Unser Brot kaufe ich mit meinem Stoffsack beim Bäcker oder backe es gleich selber. So ist auch nur drin, was hinein gehört. Ohne Farbstoffe, Zucker und Konservierungsmittel. Das ist sowieso nicht nötig, entweder wird das Brot rasch gegessen, später getoastet und wenn doch mal etwas hart wird, zu Paniermehl verarbeitet. Yay! Dann gibts selbstgemachte Chickennuggets.



Unverpackt

Kennt ihr einen Unverpackt Laden oder Bulkshop? Leider gibt es für mich in nützlicher Distanz noch keinen. Es existieren aber in der Schweiz schon ein paar und es werden hoffentlich bald noch viele mehr. In solchen Läden können alle Waren ohne Verpackung eingekauft werden. Man füllt alles direkt in mitgebrachte Behälter. (http://www.unverpackt.ch/)

Geschafft!

Wir haben also in kurzer Zeit unseren Hausmüll auf max. 17 Liter (kleinster Gebührensack in der Schweiz) pro Woche reduziert. Yay! Ein Zwischenziel ist erreicht. Mal schauen ob noch mehr geht…
Ich finde die ganze Umstellung sehr spannend, wertvoll und irgendwie auch befreiend und hoffe dass ich euch mit meinem Zwischenbericht auch dazu animieren kann, euer Wegwerfverhalten unter die Lupe zu nehmen. Man muss ja nicht gleich den Mülleimer entsorgen aber mit kleinen Schritten in die richtige Richtung gehen ist schon prima. Unbedingt das informative aber auch unterhaltsame Buch von Bea Johnson lesen und sich von niemandem umstimmen lassen. Es gibt genug wichtige Gründe FÜR die Abfallreduktion.

Und sonst so?

Etwas Kreativität hilft und etwas mehr Zeit braucht es, bis man seine „unverpackten“ Shoppingmöglichkeiten ausgelotet hat. Nüsse, Trockenfrüchte gibt es im Supermarkt im Offenverkauf. Glasflaschen sind Plastikflaschen vorzuziehen. Wenn es nicht ohne Flaschen geht, dann PET zum recyceln bringen, ebenso Aluverpackungen. Papier und Karton immer aussortieren, unterdessen landet bei mir jeder Papierschnippsel im Altpapier auch die Klopapierrolle.
Mit zwei Freundinnen habe ich selber Körperpflegeprodukte hergestellt. Bodybutter, Deo, Badepralinen, Bodyscrub, Toner und Handcreme. Das funktioniert prima, macht Spass und man überlegt sich zweimal was man wirklich braucht und worauf man gut verzichten kann.



Das war mal ein Einblick, was euch in nächster Zeit hier auf dem Blog so erwartet. Viele Ideen und Tipps in Richtung zero waste. Falls Ihr Fragen und Anregungen habt, freue ich mich sehr über eure Nachricht.

Links zum Thema
Bea Johnsohn Zero Waste Home
zerowasteswitzerland
Das Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben

Quelle: http://www.smarticular.net/
Copyright © smarticular.net
Ideenportal für ein einfaches und nachhaltiges Leben: smarticular.de
Zero Waste Bloggerin: wastelandrebel.com
Für Frauen: menstruationstasse
zero abfall shop

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